Wenn das Wollen leise wird – und was dann wirklich hilft

Manchmal passiert etwas, das sich schwer greifen lässt:

Du tust etwas, das dir einmal wichtig war.
Etwas, das aus dir heraus entstanden ist.

Und plötzlich merkst du:
Du beginnst, es zu vermeiden.

Nicht bewusst.
Nicht entschieden.
Sondern leise.

Du schiebst es auf.
Du findest Gründe.
Und irgendwo in dir taucht die Frage auf:

Was ist eigentlich passiert?


Ich habe genau das in den letzten Wochen erlebt.

Ich habe regelmäßig Songs geschrieben.
Mit Freude. Mit Energie.

Doch irgendwann wurde es mühsamer.
Nicht dramatisch – aber spürbar.

Ich habe angefangen, es vor mir herzuschieben.

Und mein erster Gedanke war der, den ich gut kenne:

Ich muss meine Motivation wiederfinden.


Doch diesmal habe ich anders hingeschaut.

Ich habe aufgehört zu versuchen, das Gefühl zu verändern.
Und stattdessen begonnen, mein Tun zu sortieren.

Dabei ist mir etwas aufgefallen, das leicht passiert – und schwer zu erkennen ist, solange man mittendrin steckt:

Ich hatte drei Dinge miteinander vermischt:

  • das, was ich tue
  • die Gefühle, die dabei entstehen
  • und die Ergebnisse, die ich mir davon erhoffe

Am Anfang hatten meine Songs viel Resonanz.
Aufrufe, Kommentare, neue Menschen, die dazugekommen sind.

Und ohne es bewusst zu merken,
habe ich begonnen, mein Tun daran zu messen.

Als diese Resonanz weniger wurde, wurde auch meine Motivation weniger.

Nicht, weil sich das Tun verändert hat.
Sondern weil sich seine Bedeutung verschoben hat.


Die Frage, die sich daraus ergeben hat, war eine andere als sonst.

Nicht mehr:
Wie bekomme ich meine Motivation zurück?

Sondern:

Was wirkt gerade stabilisierend auf mein Leben – und was nicht?


Um das greifbar zu machen, habe ich mir drei einfache Fragen gestellt:

  • Gibt mir dieses Tun Energie oder nimmt es mir welche?
  • Erzeugt es Druck oder gibt es mir Raum?
  • Tue ich es für ein Ergebnis – oder weil das Tun selbst für mich Sinn ergibt?

Und in meinem Fall kam noch etwas dazu:

Ich habe begonnen, stärker auf meinen Körper zu achten.
Und gemerkt, wie sehr mich das stabilisiert.

Plötzlich wurde klar: Nicht alles steht auf derselben Ebene.

Manche Dinge sind Fundament.
Andere sind Ausdruck.

Und wenn ich das verwechsle, entsteht Druck – selbst bei Dingen, die ich eigentlich gerne tue.


Also habe ich eine Entscheidung getroffen.

Keine endgültige.
Keine gegen etwas.

Sondern eine für diesen Moment.

Ich richte meine Energie auf das,
was mein System stabilisiert.

Und ich erlaube mir, anderes loszulassen – ohne es zu verlieren.


Das bedeutet nicht, dass es keine Ziele mehr gibt.

Ziele entstehen ganz natürlich, wenn wir etwas tun. Sie geben Richtung. Sie können inspirieren.

Aber oft passiert etwas sehr Subtiles:

Wir beginnen, unser Tun daran zu knüpfen, ob sich bestimmte Ergebnisse zeigen.

Ob etwas wächst.
Ob es gesehen wird.
Ob es „funktioniert“.

Und in dem Moment verschiebt sich etwas.

Das Tun wird nicht mehr aus sich selbst heraus bewertet, sondern danach, was daraus entsteht.

Ich habe verstanden: Diese Ergebnisse können folgen.

Aber sie sind nicht das, worauf mein Handeln aufgebaut sein sollte.


Vielleicht ist das der eigentliche Unterschied:

Ich habe nicht meine Motivation verloren.

Ich habe nur gemerkt, dass ich mein Handeln an Dinge geknüpft habe, die ich nicht steuern kann.

Und die Klarheit kam in dem Moment zurück, als ich das wieder getrennt habe.


Wenn du diesen Punkt kennst – dass sich etwas, das du eigentlich wolltest, plötzlich wie ein Müssen anfühlt –
dann habe ich darüber an anderer Stelle schon einmal ausführlicher geschrieben.

Dieser Text hier ist eher die Fortsetzung davon:
Was passiert, wenn man es erkennt – und trotzdem neu entscheiden muss.


Vielleicht magst du dir am Ende nur diese eine Frage mitnehmen:

Was stabilisiert dein Leben – und was nicht?

Und von dort aus weitergehen.


Wenn dich solche Gedanken auch außerhalb dieses Moments begleiten sollen,gibt es dafür einen Ort.

Herzenspost von Selbstcoaching-Tools

Ein stiller Ort zwischen den Zeilen

Wenn dich diese Gedanken begleiten,
findest du hier mehr davon – in unregelmäßigen Abständen,
ohne Druck, ohne Lärm.

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