
Manchmal braucht eine Veränderung im Innen auch eine Veränderung im Außen. So war es bei mir, als ich meinen Claim geändert habe.
Sei dein eigener Coach stand jahrelang über allem, was ich hier auf Selbst Coaching Tools geschrieben habe. Ich habe mir wenig Gedanken darüber gemacht. Er war einfach da, seit den Anfängen. Aber als ich ihn mir nach langer Zeit wieder ganz bewusst anschaute, merkte ich: Der Satz sagt eigentlich nichts mehr über mich aus. Er könnte auf meinem Coaching-Angebot stehen. Aber genauso gut auf vielen anderen. Gerade verschiebt sich bei mir viel. Nicht nur auf dieser Website. Ein neuer Claim war für mich der richtige Ort, um damit anzufangen.
Heute steht dort: Leichter wird, was du tief verstehst.
Was bedeutet „Leichter wird, was du tief verstehst“?
Auf den ersten Blick ist der Satz einfach. Doch was meine ich eigentlich mit „verstehen“? Für mich bedeutet Verstehen zunächst tatsächlich, zu begreifen, wie unser Gehirn und unsere inneren Mechanismen funktionieren. Denn vieles von dem, was wir als störendes Verhalten erleben, folgt einer ziemlich nachvollziehbaren inneren Logik. Vereinfacht könnte sie ungefähr so aussehen: „Wenn das passiert, könnte etwas Wichtiges gefährdet sein. Also muss ich dafür sorgen, dass es nicht passiert.“ Aus dieser Logik können ganz unterschiedliche Strategien entstehen. Wir kontrollieren, vermeiden Fehler, passen uns an, leisten mehr oder versuchen, es allen recht zu machen. Nicht weil mit uns etwas nicht stimmt, sondern weil unser System versucht, etwas zu schützen, das es als relevant eingestuft hat.
Genau diese Mechanismen möchte ich verstehen. Aber inzwischen reicht mir auch das nicht mehr. Denn eine für mich entscheidende Frage ist dazugekommen: Wer entscheidet eigentlich, wie relevant ein Thema heute für mich ist? Ein Fehler kann sich enorm wichtig anfühlen. Kritik kann mein ganzes System beschäftigen. Ein ungelöstes Problem kann abends mit mir ins Bett gehen, obwohl ich in diesem Moment überhaupt nichts daran ändern kann. Mein System hat diesem Thema eine hohe Relevanz gegeben. Und genau hier liegt für mich inzwischen ein wichtiger Hebel.
Ich kann beginnen, diese automatische Relevanz nicht mehr einfach zu übernehmen. Ich kann mit meinem Großhirn prüfen: Was braucht dieses Thema heute tatsächlich von mir? Muss ich jetzt handeln? Muss ich dieses Problem wirklich lösen? Ist das, was mein System gerade verhindern möchte, tatsächlich so bedrohlich? Oder darf dieses Thema wichtig sein, ohne dass es meine ganze Aufmerksamkeit bekommt?
Für mich bedeutet tiefes Verstehen deshalb nicht nur, zu wissen, warum ich so reagiere. Es bedeutet, die Mechanismen meines Systems so gut zu verstehen und in meinem eigenen Erleben wiederzuerkennen, dass ich die Steuerung der Relevanz zunehmend wieder bewusst übernehmen kann.
Und selbst damit hört das Verstehen für mich noch nicht auf. Denn irgendwann möchte ich nicht jedes Mal bewusst darüber nachdenken müssen, welche Relevanz ich einem Thema gebe. Mich interessiert deshalb auch, wie sich diese Mechanismen verändern können. Welche Erfahrungen braucht mein System, damit eine neue Reaktion nicht nur einmal möglich wird, sondern mit der Zeit selbstverständlicher? Vielleicht liegt genau darin für mich die tiefste Ebene des Verstehens: Ich verstehe nicht nur, warum mein System heute so reagiert. Ich verstehe auch, wo ich seine Steuerung bewusst übernehmen kann und wie daraus mit der Zeit eine neue automatische Reaktion entstehen kann.
Dann wird aus Verstehen irgendwann Erleben. Und aus neuen Erfahrungen kann eine neue Selbstverständlichkeit entstehen.
Was fasziniert mich an den grundlegenden Mustern?
Genau deshalb interessiert mich inzwischen immer weniger die Frage, wie wir jedes einzelne Problem lösen können. Mich interessiert, was darunter liegt. Gemeinsam mit Bodo Deletz und seiner Forschungsgruppe beschäftige ich mich mit bestimmten Meta-Mustern, die bei vielen Menschen ähnlich zu wirken scheinen.
- Warum fühlt sich etwas an, als müsste ich es unbedingt tun?
- Warum bekommt ein Fehler eine so große Bedeutung?
- Warum versucht mein System durch Leistung, Kontrolle, Anpassung oder Perfektionismus Sicherheit herzustellen?
- Und vor allem: Wo können wir in diese Mechanismen eingreifen?
Eine Antwort, die mich dabei gerade besonders beschäftigt, ist die Steuerung unserer Relevanz. Denn unser System entscheidet fortlaufend, was gerade wichtig ist. Ein Fehler kann dadurch plötzlich eine enorme Bedeutung bekommen. Eine mögliche Kritik beschäftigt uns schon Stunden vorher. Ein Problem begleitet uns bis ins Bett, obwohl wir es dort überhaupt nicht lösen können. Ein Teil dieser Relevanz entsteht automatisch. Doch wir können lernen, diese automatische Bewertung nicht einfach zu übernehmen. Unser Großhirn kann prüfen: Wie relevant ist das heute tatsächlich? Braucht dieses Thema jetzt wirklich meine ganze Aufmerksamkeit? Muss ich handeln? Oder darf es auch einfach da sein, ohne dass ich es sofort lösen muss?
Am Anfang ist das ein bewusster Prozess. Doch dabei soll es nicht bleiben. Denn wenn mein System mehrfach erlebt, dass ich anders mit einer Situation umgehen kann und trotzdem nichts Schlimmes passiert, macht es eine neue Erfahrung. Und genau diese Erfahrungen interessieren mich. Denn irgendwann möchte ich nicht mehr bewusst darüber nachdenken müssen, dass ein Fehler nicht gefährlich ist oder dass ich nicht jedes Problem sofort lösen muss. Die neue Reaktion darf selbstverständlicher werden. Vielleicht ist das die tiefste Ebene dessen, was ich mit Verstehen meine:
Ich verstehe nicht nur, warum mein System tut, was es tut. Ich verstehe auch, wo ich seine Steuerung bewusst übernehmen kann und welche Erfahrungen es braucht, damit irgendwann eine neue automatische Reaktion entstehen kann.
Das ist auch der Gedanke hinter meinem bisherigen Bottom-Up-Ansatz. Nicht jedes einzelne Problem steht im Mittelpunkt. Wir schauen auf die grundlegenden Mechanismen darunter und darauf, wie sich dort etwas verändern kann. Mehr zu diesem Ansatz findest du in meinen Artikeln zum Thema Bottom Up.
Warum habe ich genau jetzt einen neuen Claim entwickelt?
Meinen alten Claim Sei dein eigener Coach hatte ich sehr lange, ohne mir viele Gedanken darüber zu machen. Bis ich in einem Kurs von Judith Peters an eine Lektion zum eigenen Claim kam. Dort schaute ich nach langer Zeit wirklich auf diesen Satz und merkte plötzlich: Der passt nicht mehr.
Vielleicht kam dieser Impuls genau zum richtigen Zeitpunkt. Seit dem Tod meines Vaters Anfang des Jahres beginne ich, mich langsam neu auszurichten. Ein Verlust wie dieser stellt vieles infrage, was vorher selbstverständlich war. Ich merke, wie ich mich neu erINNERe, was mir eigentlich wichtig ist. Und auch, was ich loslassen darf. Dazu gehört, bei Selbst Coaching Tools einiges zu entrümpeln. Zum Beispiel die alte Akademie, die nicht mehr zu dem passt, wo ich heute stehe. Und dazu gehörte irgendwann auch mein Claim.
Doch beim Nachdenken darüber ist mir noch etwas aufgefallen. Sei dein eigener Coach war nicht nur austauschbar. Er war auch ziemlich sicher. Man konnte kaum etwas dagegen haben. Und ich musste mich mit diesem Satz nicht besonders deutlich zeigen. Das möchte ich inzwischen anders. Wir leben in einer Zeit, in der ständig neuer Content entsteht und inzwischen ein großer Teil davon mithilfe von KI. Gerade deshalb wird für mich meine eigene Haltung wichtiger, nicht weniger. Ich möchte klarer sagen, wofür ich stehe. Auch wenn nicht jeder meiner Meinung sein muss. Leichter wird, was du tief verstehst ist deshalb für mich mehr als ein neuer Satz auf meiner Website. Er ist auch ein kleines Stück mehr Sichtbarkeit.
Was bedeutet mein neuer Claim für meine Arbeit?
Ich möchte mit meiner Arbeit zu einem neuen Verständnis unserer inneren Mechanismen und unseres Nervensystems beitragen. Aber ich möchte nicht dabei stehen bleiben, sie zu erklären. Ich möchte Erfahrungsräume schaffen, in denen du diese Mechanismen bei dir selbst entdecken kannst. Manchmal geschieht das über meine eigenen Geschichten. Manchmal lässt sich ein Muster viel leichter an einer Figur aus einem Film oder einem Buch erkennen, weil wir erst einmal von außen darauf schauen können, ohne dass es sofort um uns selbst geht. Und manchmal braucht es einen Raum, in dem du eine bisherige Annahme tatsächlich überprüfen und eine andere Erfahrung machen kannst. Deshalb werden auch nicht alle meine Inhalte und Angebote dieselbe Aufgabe haben.
- Ein Blogartikel kann dir vielleicht helfen, etwas zum ersten Mal anders zu verstehen.
- Eine Geschichte kann dazu führen, dass du dich selbst darin wiedererkennst.
- Und die Produkte, die gerade entstehen, sollen dir die Möglichkeit geben, noch tiefer zu gehen, deine bisherigen Bewertungen zu überprüfen und eigene Erfahrungen damit zu machen.
Mein neuer Claim ist dabei tatsächlich so etwas wie ein Kompass für mich geworden. Bei dem, was ich künftig entwickle, kann ich mich immer wieder fragen: Hilft es dabei, etwas wirklich tiefer zu verstehen? Und entsteht daraus eine Erfahrung, durch die etwas ein kleines bisschen leichter wird? Dann bin ich vermutlich auf dem richtigen Weg.

Meine Herzenspost
Wenn du die Entwicklung mitverfolgen möchtest, wie sich mein Verständnis vom Nervensystem und meine Angebote gerade weiterentwickeln, dann lade ich dich herzlich ein, dich für meine Herzenspost einzutragen. Dort teile ich, was gerade entsteht, bevor es hier im Blog steht.

Begleiterin für liebevolles Selbstcoaching und innere Neuorientierung. Ich unterstütze Menschen dabei, sich aus alten Mustern zu lösen, mehr Selbstklarheit zu gewinnen und ihre Innenwelt tiefer zu verstehen. Nicht durch Druck oder Selbstoptimierung, sondern durch liebevolle Rückbindung an das, was wirklich wichtig ist. Mein Weg hat sich in den letzten Jahren gewandelt: Weg von oberflächlicher Problemlösung, hin zu einer bewussten Umprogrammierung unseres unbewussten Systems.
Mehr über mich erfährst du hier.



